BMBF-Forschungsschwerpunkt | Steuerung im Bildungssystem

Newsletter

27.04.2012

Willkommen zur Zweiten Ausgabe

Steuerung im Bildungssystem - der 2. Newsletter der Koordinierungsstelle

SteBis - Newsletter: Zweite Ausgabe, April 2012

SteBis - Newsletter: Zweite Ausgabe, April 2012

In unserem letzten Newsletter haben wir Ihnen einen Ausblick auf verschiedene Tagungen und Kongresse gegeben, bei denen SteBis-Projekte mit Symposien, Einzelvorträgen und Posterpräsentationen vertreten waren. Mit diesem Newsletter präsentieren wir nun erstmals Ergebnisse aus einzelnen Projekten des Forschungsschwerpunktes. In den folgenden Ausgaben werden Sie regelmäßig über den Verlauf und die weiteren Befunde der insgesamt 16 Forschungsprojekte auf dem Laufenden gehalten.

Im zweiten Teil des Newsletters berichten wir von zwei Fachtagungen, in deren Rahmen Fragen der Steuerung im Bildungssystem in einem übergreifenden Austausch verschiedener Akteure aus dem Bildungswesen im Mittelpunkt standen: Auf der Tagung der AG Qualitätssicherung der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung diskutierten Mitglieder aus den Verwaltungen der Bundesländer, aber auch Praktiker und Bildungsforscher über Möglichkeiten der Professionalisierung und über das Verhältnis von Schulaufsicht und Schulinspektion. Auf der Fachtagung „Bildungsforschung 2020 – Herausforderungen und Perspektiven“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung waren Akteure aus Politik, Wissenschaft und Praxis eingeladen, um über aktuelle Themen ins Gespräch zu kommen.

 

1. Teil: Berichte aus den Projekten

Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungsinstrument im Schulsystem - Arbeitsmarkteffekte, Wirkungsmechanismen und Effektheterogenitäten

Guido Schwerdt

Dr. Guido Schwerdt präsentiert erste Projektbefunde

Das Projekt „Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungselement im Schulsystem: Arbeitsmarkteffekte, Wirkungsmechanismen und Effektheterogenitäten“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ludger Wößmann und Dr. Guido Schwerdt vom ifo-Institut in München richtet den Blick auf die längerfristigen Folgen bestimmter Steuerungsstrategien im Schulsystem. Konkret geht es um die Analyse möglicher Arbeitsmarkteffekte von zentralen Abschlussprüfungen. Die Analysen basieren auf Daten der Absolventen- und Studentenbefragungen des Hochschul-Informations-Systems (HIS), des Sozio-Ökonomischen-Panels (SOEP) sowie der PISA-E-Studie.

Erste Ergebnisse verweisen auf zum Teil deutliche Unterschiede in den Effekten von zentralen und nicht-zentralen Abschlussprüfungen. Zwar erzielen Personen mit Hochschulreife insgesamt keine höheren Arbeitseinkommen, falls sie ihren Schulabschluss in einem Bundesland mit zentralen Abschlussprüfungen erworben haben, doch sind Abiturnoten, die in Bundesländern mit zentralen Abschlussprüfungen erworben wurden, stärker mit dem späteren Arbeitseinkommen korreliert als Noten aus Nicht-Zentralabiturbundesländern. Dies deutet darauf hin, dass Prüfungsleistungen, die in zentralen Abschlussprüfungen erbracht wurden, ein besseres Signal für die Produktivität auf dem Arbeitsmarkt darstellen.

Personen mit Hauptschulabschluss erzielen hingegen im Durchschnitt um 12 Prozent höhere Arbeitseinkommen, wenn sie ihren Schulabschluss in einem Bundesland mit zentralen Abschlussprüfungen erworben haben. Die Arbeitslosenrate ist sowohl bei Personen mit Hauptschulabschluss als auch bei Personen mit Hochschulreife etwas niedriger (um 3 bzw. 2 Prozentpunkte), wenn der Schulabschluss in einem Bundesland mit zentralen Abschlussprüfungen erworben wurde.

Von zentralen Abschlussprüfungen profitieren aber nicht alle gleichermaßen: Die Einkommenseffekte für Personen mit Hauptschulabschluss sind auf die Gruppe der unter 50-Jährigen begrenzt, die Arbeitslosigkeitseffekte für Personen mit Hochschulreife sind für Frauen zwischen 30 und 65 Jahren am stärksten.

Im weiteren Projektverlauf soll untersucht werden, ob sich auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Geburtskohorte oder der sozioökonomische Hintergrund darauf auswirken, wie stark Schülerinnen und Schüler von einem zentralen Schulabschluss profitieren.

Kontakt: schwerdt@ifo.de

Schulentwicklung unter Bedingungen vielfacher Bildungsrisiken - Fallstudien zu zwei erfolgreichen Schulen mit multikultureller Schülerschaft in benachteiligten Schulen

Pfaff - ausgewähltes Foto

Juniorprof. Dr. Nicolle Pfaff

Im Rahmen der Studie „Bildungsbezogene Integration unter Bedingungen multipler Bildungsrisiken“ untersuchen Jun.-Prof. Dr. Nicolle Pfaff und ihre Mitarbeiter/-innen Bedingungen der erfolgreichen schulischen Arbeit in benachteiligten Quartieren deutscher Großstädte. In zwei Fallstudien zu Einzelschulen werden Interviews und Gruppendiskussionen mit Akteuren an den Untersuchungsschulen und in ihrem Umfeld vor dem Hintergrund sozial- und bildungsstatistischer Daten zu den Untersuchungsregionen dokumentarisch interpretiert. In den Analysebereichen Lehren und Lernen, Schulmanagement und Kooperation werden auf diese Weise förderliche und hinderliche Entwicklungsbedingungen für Schulen in segregierten Stadtteilen herausgearbeitet.

Erste Resultate beziehen sich auf die Frage, welchen besonderen Problemen Schulen in benachteiligten Quartieren gegenüberstehen und welche Strategien des Umgangs mit diesen Problemen sie wählen. So stellt sich für die untersuchten Schulen die Herstellung schulischer und unterrichtlicher Ordnung in zentraler Weise als problematisch dar. Insbesondere abweichendes Schülerverhalten im Bereich der Peerkultur und die Ablehnung von schulischen Verhaltenserwartungen im Kontext von Unterricht und Schulleben stellen die hier arbeitenden Professionellen vor die Herausforderung, ständig aktiv für die für Schule grundlegenden Interaktionsbedingungen eintreten zu müssen. Im Umgang mit deviantem Verhalten Lernender lassen sich an den Untersuchungsschulen verschiedene Praktiken unterscheiden, in denen Regelverletzungen ausgeblendet und tabuisiert, kriminalisiert und geahndet oder im Kontext ihrer individuell-biographischen Bedingtheit gesehen bzw. als Probleme Lernender in Beratungs- und Therapieangebote überführt werden. Aus der Sicht der schulischen Professionellen erweisen sich darüber hinaus besonders zwei Strategien als erfolgreiche Lösungsversuche des Ordnungsproblems der Schulen. Dabei handelt es sich einerseits um die Einbeziehung externer Akteure als Ordnungsstifter in Schule und Unterricht, andererseits um enge Kooperationen auf der Basis definierter Verantwortungsbereiche zwischen unterschiedlichen Professionen in der Schule. Die skizzierten Praktiken des Umgangs sind dabei als Ausdruck spezifischer Schulkulturen zu verstehen, zu denen auch verschiedene Praktiken des Schulmanagements sowie der internen und externen Kooperation zählen.

Weitere Schwerpunkte der Analysearbeit ergeben sich durch die aktuelle Einbindung der Untersuchungsschulen in regionale Schulstrukturreformen, in deren Rahmen an beiden Untersuchungsstandorten integrative Schulformen entstehen und die Schullandschaft durch Schulfusionen neu geordnet wird. In diesem Zusammenhang wird einerseits deutlich, dass die Integration von Bildungsgängen auf der Ebene der Einzelschulen starke Innovationsimpulse setzt. Andererseits zeigen sich Überlagerungen von Strukturreform und Schulfusion, die zunächst Stagnationen im Bereich der Schulentwicklung auslösen. Zielgerichtete Schulentwicklungsprozesse entstehen vor diesem Hintergrund besonders an Schulen, in denen aktuelle Transformationsanforderungen in die Dynamik fortlaufender Entwicklungsprozesse an Einzelschulen integriert werden.

In den kommenden Monaten wird sich das Forschungsteam auf die weitere Ausarbeitung der Analyseschwerpunkte Schulmanagement und Kooperation konzentrieren. Im Hinblick auf eine praktische Verwertung der Befunde soll darüber hinaus ein Entwicklungsleitfaden für Schulen in benachteiligten Stadtteilen erstellt werden.

Kontakt: npfaff@gwdg.de

Schulen als Steuerungsakteure im Bildungssystem (StaBil)

Anna Schliesing und Sebastian Wurster

Anna Schliesing und Sebastian Wurster

Auch das Verbundprojekt „Schulen als Steuerungsakteure im Bildungssystem“ unter der Leitung von Prof. Dr. Felicitas Thiel und Prof. Dr. Hans Anand Pant untersucht den Umgang von Schulen mit Daten aus interner und externer Evaluation. Erste Ergebnisse einer standardisierten Online-Befragung von Schulleitungen an Berliner und Brandenburger allgemeinbildenden Schulen geben Antworten auf Fragen der schulischen Evaluationsnutzung im Allgemeinen sowie der Nutzung von Evidenz für die Personalentwicklung im Speziellen.

In einem ersten Vorhaben wurde untersucht, ob Daten aus Vergleichsarbeiten, Mittlerem Schulabschluss, Schulinspektion und interner Evaluation in unterschiedlichem Maße schulintern kommuniziert werden und wie das jeweilige Kosten-Nutzen-Verhältnis bewertet wird. Die Ergebnisse verweisen darauf, dass Daten aus Schulinspektionen schulintern am intensivsten diskutiert werden, am wenigsten wird nach Einschätzung der Schulleitungen über die Ergebnisse aus Vergleichsarbeiten gesprochen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird für schulinterne Evaluationen am positivsten eingeschätzt. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass Evaluationsdaten insbesondere für die Unterrichts- und Curriculumentwicklung einen hohen Stellenwert haben. Vergleichsweise weniger Bedeutung wird ihnen für die schulische Personalentwicklung zugesprochen.

Laut Selbstauskunft nutzen knapp die Hälfte der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter Evaluationsdaten für Mitarbeitergespräche oder für die Fortbildungsplanung. Rund 60 Prozent der befragten Schulleitungen geben an, regelmäßig (alle ein bis zwei Jahre) Unterrichtsbesuche durchzuführen, und sie verschaffen sich damit selbst einen Eindruck über mögliche Entwicklungsbedarfe. Als Formen der Selbstevaluation und damit mögliche Evidenzquellen für Professionalisierungsmaßnahmen sind insbesondere mündliches Schülerfeedback und parallele Klassenarbeiten in den Kollegien verbreitet. Verschiedene Personalentwicklungs- bzw. Professionalisierungsmaßnahmen (z.B. Unterrichtsbesuche, Mitarbeitergespräche, Fortbildungsplanung) werden aber nicht an allen Schulen in gleichem Maße ergriffen. Die Ergebnisse einer Clusteranalyse verweisen auf fünf unterschiedliche typische Personalentwicklungsstrategien in Schulen. Ob sich diese Strategien im Hinblick auf ihre Wirksamkeit unterscheiden, soll in einem zweiten Schritt untersucht werden.

In den anschließenden Fallstudien werden Aspekte der evidenzbasierten Schul- und Personalentwicklung näher beleuchtet. Durch die Verknüpfung der standardisiert erhobenen Daten mit schulischen Leistungsdaten zu zwei Messzeitpunkten sollen schließlich verschiedene Aspekte der Evaluationsnutzung auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Kontakt: k.thillmann@fu-berlin.de

Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem - Bedingungen, Prozesse und Wirkungen (EviS)

Prof. Dr. Isabell van Ackeren und Prof. Dr. Marten Clausen bei der Posterpräsentation zu "EviS"

Prof. Dr. Isabell van Ackeren und Prof. Dr. Marten Clausen bei der Posterpräsentation zu "EviS"

Das Verbundprojekt „Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem“ unter der Leitung von Prof. Dr. Isabell van Ackeren und Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia untersucht Bedingungen, Prozesse und Wirkungen evidenzbasierten Handelns in der Schule.

Auf der Basis einer standardisierten Schulleiter- und Lehrkräftebefragung an Schulen in Rheinland-Pfalz wurde in einem ersten Schritt das Ausmaß der Nutzung potenzieller Evidenzquellen (z.B. Schülerfeedback, schulfachbezogene Zeitschriften, Lernstandserhebungen/Vergleichsarbeiten) für die Ausgestaltung und Entwicklung der schulischen und unterrichtlichen Arbeit rekonstruiert. Die Ergebnisse verweisen auf Unterschiede in der Selbsteinschätzung der beiden Befragtengruppen hinsichtlich der Nutzung verschiedener Informationsquellen. Durch die Schulleitungen wird die Nutzung über fast alle Informationsquellen hinweg höher eingeschätzt als durch die Lehrkräfte, wenn auch bei den Schulleitungen noch „Luft nach oben“ für eine intensivere Nutzung gegeben ist.

Darüber hinaus wurden drei Typen von Informationsquellen unterschieden: externe Informationsquellen, interne Informationsquellen und Zeitschriften. Mit Blick auf das Verhältnis von Rezeption und Nutzung wird deutlich, dass die Ergebnisse aus externen Evaluationen zwar – wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau – von den Lehrkräften rezipiert, jedoch in einem vergleichsweise geringen Maße für ihre eigene Arbeit genutzt werden. Deutlich stärker hingegen werden Daten aus internen, prozessbezogenen Informationsquellen genutzt.

Erste Analysen zum Schulkontext belegen die Bedeutung der Schulform für die Evidenzorientierung: Während in Grundschulen interne Informationsquellen nach Einschätzung der Lehrkräfte am meisten genutzt werden, spielen in Gymnasien Informationen aus Zeitschriften die größte Rolle für die Ausgestaltung und Entwicklung der eigenen Arbeit. Über alle Schulformen hinweg werden Informationen aus externen Quellen am wenigsten genutzt.

Im weiteren Projektverlauf sollen durch den Einsatz komplexerer statistischer Auswertungsverfahren (Mehrebenen und Regressionsanalysen) organisationale und individuelle Einflussfaktoren auf evidenzbasiertes Handeln differenzierter untersucht werden. Zudem ist geplant, mittels Fallstudien an Schulen mit besonders hoher bzw. geringer Evidenzorientierung vertiefende Erkenntnisse über die Bedingungen, Prozesse und Wirkungen evidenzbasierten Handelns zu gewinnen.

Kontakt: christoph.rosenbusch@zq.uni-mainz.de

2. Teil: Rückblick auf Veranstaltungen unter SteBis-Beteiligung

Fachtagung "Bildungsforschung 2020 – Herausforderungen und Perspektiven" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin (29./30.03.2012)

Bildungsforschungstagung des BMBF

Bildungsforschungstagung des BMBF

Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bildungspolitik, -administration und -praxis sind vom 29. bis 30. März zum interdisziplinären Austausch über aktuelle Fragen der Bildungsforschung in Berlin zusammengekommen. Anlass war die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichtete Tagung „Bildungsforschung 2020“. In insgesamt zwölf Foren mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, über neue Trends, Bedarfe und Forschungsfelder zu diskutieren. Mit einem Postermarktplatz gaben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerdem Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte aus dem BMBF-geförderten Rahmenprogramm zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung.

Der Forschungsschwerpunkt SteBis war mit fünf Posterständen durch die folgenden Personen vertreten: Dr. Stefan Brauckmann mit seinem Projekt „Schulleitungshandeln zwischen erweiterten Rechten und Pflichten“, Dr. Guido Schwerdt als Vertreter des Projekts „Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungsinstrument im Schulsystem“, Prof. Dr. Harm Kuper, Barbara Muslic, Tanja Graf, Annette Frühwacht und Carolin Ramsteck für das Verbundprojekt „Die Realisierung testbasierter Schulreform in der Mehrebenenstruktur des Schulsytems“, Prof. Dr. Marten Clausen als Vertreter des Projektes „Strategien der Qualitätsentwicklung von Schulen in schwieriger Lage“ und Prof. Dr. Kathrin Dedering, die über ihr Projekt „Externe Evaluation – Schulinspektion und schulische Qualitätsentwicklung“ informierte.

Im Rahmen des von Prof. Dr. Felicitas Thiel (Leiterin der Koordinierungsstelle SteBis an der Freien Universität Berlin) moderierten Forums „Evidenzbasierte Bildungspolitik“ am zweiten Veranstaltungstag wurden Wirkungen neuer Steuerungsinstrumente (zentrale Abschlussprüfungen, Vergleichsarbeiten, Schulinspektion) diskutiert: Aktuelle Befunde zur Handhabung und Wirksamkeit dieser Steuerungsinstumente lieferten drei Impulsreferate aus dem SteBis-Verbund: Dr. Guido Schwerdt (Zentrale Abschlussprüfungen), Prof. Dr. Harm Kuper (Vergleichsarbeiten) und Prof. Dr. Kathrin Dedering (Schulinspektion). Das Forum knüpfte an das ebenfalls von Frau Prof. Dr. Thiel moderierte Forum des Vortages an. Dort waren bereits das grundlegende Verhältnis zwischen Bildungspolitik und empirischer Bildungsforschung beleuchtet und die Übertragbarkeit von Erfahrungen anderer Disziplinen mit Evidenzbasierung diskutiert worden. Dieses Forum war durch einen Vortrag von Prof. Dr. Gerd Antes, Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, zum Thema „Voraussetzung und Verfahren evidenzbasierter Steuerung am Beispiel der Medizin“ eröffnet worden.

Gerahmt wurde die Tagung „Bildungsforschung 2020“ durch eine Begrüßung des parlamentarischen Staatssekretärs im BMBF, Dr. Helge Braun, und einen Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Drs. h.c. Jürgen Baumert, dem Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Der zweite Veranstaltungstag schloss mit einer Podiumsdiskussion über Fragen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis und einem Ausblick durch Kornelia Haugg, der Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen sowie Film- und Fotomaterial zur Tagung finden Sie unter http://www.bildungsforschungstagung.de/index.html

Fachtagung "Professionalisierung von Schulinspektion und Schulaufsicht" der AG Qualitätssicherung der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung in Bad Kreuznach (02./03.03.2012)

Präsentation Prof. Dr. Martin Heinrich

Präsentation Prof. Dr. Martin Heinrich auf der DGBV-Tagung

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Qualitätssicherung der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung (DGBV) tagen alljährlich am ersten Märzwochenende, um einen kontinuierlichen Austausch über Fachfragen zwischen Behörden, Politik, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Wirtschaft zu betreiben und die Vernetzung der Bildungsakteure zu fördern. Zu der diesjährigen Fachtagung „Professionalisierung von Schulinspektion und Schulaufsicht“ der AG Qualitätssicherung waren etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – DGBV-Mitglieder und Interessierte – einer Einladung der Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen nach Bad Kreuznach gefolgt. Die Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle SteBis nutzten die Gelegenheit, um den Forschungsschwerpunkt bei den Akteuren aus Politik und Praxis bekanntzumachen und waren mit einem SteBis-Informationsstand vertreten.

Die Tagungsteilnehmer, unter anderem aus Ministerien, Schulaufsicht und Schulinspektoraten, diskutierten anhand von Impulsvorträgen und in Workshops über die Rolle, Verantwortlichkeit und Zusammenarbeit, aber auch die Abgrenzung von Schulaufsicht und -inspektion. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie beide Institutionen – für sich und miteinander – professionell agieren können. Moderiert wurde die Tagung von Frau Dr. Martina Diedrich (Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung in Hamburg), die im vergangenen Jahr die Koordination der AG Qualitätssicherung von Dr. Herbert Schnell übernommen hat.

Nach einer thematischen Einführung von Klaus Lorenz vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg folgten zwei wissenschaftliche Vorträge von Prof. Dr. Martin Heinrich (Universität Hannover) und von Prof. Dr. Hans Anand Pant (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen).

Prof. Dr. Heinrich machte in seinem Vortrag – mit Bezug auf die in der Literatur existierenden Begriffsbestimmungen – auf ein teilweise noch zu klärendes Rollenverständnis innerhalb sowie zwischen Schulaufsicht und -inspektion aufmerksam und fokussierte die Frage nach „fremder Evidenz als handlungsleitendem Wissen“. Vor diesem Hintergrund stellte er erste Befunde aus einer qualitativen Befragung von Schulinspektoren und Vertretern der Schulaufsichten vor, die seinem laufenden SteBis-Projekt „Schulinspektion als Steuerungsimpuls zur Schulentwicklung und seine Realisierungsbedingungen auf einzelschulischer Ebene“ entstammen. Prof. Dr. Pant betonte in seinem Vortrag die Diagnosekompetenz von Schulinspektoren als wichtige Anforderung für Unterrichtsbeobachtungen und akzentuierte im Hinblick auf die wissenschaftliche Güte des Evaluationsinstrumentes die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Bildungsforschung und Bildungsverwaltung.

Im Anschluss an Länderberichte aus Baden-Württemberg (Susanne Thimet) und Sachsen (Dr. Dorit Stenke) zur Rollenverteilung zwischen externer Evaluation und Schulaufsicht fanden am zweiten Tagungstag drei parallele Workshops statt. Diskutiert wurden dort insbesondere die praktischen Schritte diskutiert, die zur weiteren Professionalisierung von Schulinspektion, Schulaufsicht und der Zusammenarbeit der beiden Instanzen erforderlich sind.

Alle Tagungsbeiträge können auf der Homepage der DGBV unter http://www.dgbv.de/veranstaltungen.html eingesehen werden.

Impressum

SteBis-Kontaktdaten

Institution:

SteBis - Koordinierungsstelle des BMBF-Forschungsschwerpunktes "Steuerung im Bildungssystem"

eingerichtet an der Freien Universität Berlin

Anschrift:

Koordinierungsstelle SteBis

Ansprechpartner:

Jasmin Tarkian, Katja Thillmann

Freie Universität Berlin
FB Erziehungswissenschaft und Psychologie
AB Schulpädagogik / Schulentwicklungsforschung

Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Tel. +49 (0) 30 838-75424

 eMail: stebis@fu-berlin.de

Umsatzsteueridentifikationsnummer:

DE 811304768

Redaktion:

Projektbüro SteBis
Habelschwerdter Allee 45
Raum KL 23/201

14195 Berlin
E-Mail : stebis@fu-berlin.de

Gestaltung:

Designteam
Center für Digitale Systeme
Kompetenzzentrum e-Learning / Multimedia
Freie Universität Berlin

Technische Umsetzung:

CMS
Center für Digitale Systeme
Kompetenzzentrum e-Learning / Multimedia
Freie Universität Berlin

Content Management System: Infopark AG CMS Fiona (www.infopark.de)

Bildnachweise:

Fotos: Pressestelle der Freien Universität Berlin, SteBis-Projektarchiv, Sara Tormöhlen, Präsentationsfolie Prof. Dr. Martin Heinrich, stageview

(von oben nach unten)

Rechtsform:

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