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Informationen für Schulen

Quelle: Thomas Unruh / Susanne Petersen - guterunterricht.de

SteBis-Workshopveranstaltung "Schulen in schwieriger Lage" (09.11.2012)                  

Wie können Schulen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen effizient arbeiten? Welche Maßnahmen des Schulmanagements und der Unterrichtsgestaltung helfen sogenannten Brennpunktschulen, ihre Unterrichts- und Schulqualität weiterzuentwickeln und Bildungserfolge zu erzielen? Während  in England und den USA schon seit vielen Jahren zu dem Thema geforscht wird, gibt es in Deutschland noch wenige Erkenntnisse darüber, wie sich die schulische Bildungsarbeit in städtischen Problemlagen verbessern lässt.

Auf der SteBis-Workshopveranstaltung zu "Schulen in schwieriger Lage - Entwicklungspotentiale und Unterstützungsbedarf - diskutierten am Freitag, den 09.11.2012 rund 120 Teilnehmer/innen aus Bildungspraxis, -administration, -politik sowie aus dem Bereich der Schulentwicklungsberatung und Lehrerbildung mit Wissenschaftler/innen aus dem SteBis-Verbund über die Erfolgsbedingungen und
Entwicklungsmöglichkeiten von Schulen in benachteiligten städtischen Regionen.

Die Wissenschaftlerinnen hoben dabei besonders die Rolle der Schulleitung hervor, die beispielsweise über den Einsatz von Evaluationsdaten systematisch und zielgerichtet Schulentwicklung betreiben könne: „Dabei ist es entscheidend, das Kollegium frühzeitig einzubeziehen und eine Partizipations- und Verantwortungskultur zu befördern“, betonte Isabell van Ackeren. Wichtig sei es auch, die soziale Benachteiligung der Schülerschaft durch im Schulalltag integrierte Angebote auszugleichen. Dies könne etwa durch einen strukturierten Tagesablauf geschehen, das Angebot regelmäßiger Ernährung oder durch emotionale Fürsorge und gemeinsame außerunterrichtliche Aktivitäten von Pädagogen und Schülern. Erfolge im Unterricht werden den Wissenschaftlerinnen zufolge dadurch erzielt, dass Lehrkräfte eine angstfreie, lernförderliche Atmosphäre schaffen – beispielsweise durch eine positive, schülerorientierte Haltung, produktives Aufgreifen multikultureller Hintergründe oder auch schlichtes Bereitstellen von Ersatzmaterialien für Schüler, die ohne Schulbücher zum Unterricht erscheinen.

Videos zur Veranstaltung

Vortrag Prof. Dr. van Ackeren

 Vortrag Prof. Dr. Pfaff

Podiumsdiskussion

Ansatzpunkte für eine Verbesserung der schulischen Effizienz sah Nicolle Pfaff beispielsweise in engerer Zusammenarbeit innerhalb einer Schule oder auch mit externen Partnern. Dadurch könnten Lehrkräfte beispielsweise bei der Unterrichtsvorbereitung entlastet werden oder ihre Kräfte mit anderen schulischen Professionellen wie Sozial- oder Sonderpädagoginnen und -pädagogen für das Erreichen gemeinsamer Bildungsziele bündeln. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen wie der Jugendhilfe, der Lehrerbildung oder Sicherungsdiensten sei vor allem dann eine Hilfe, wenn sie Personalknappheit ausgleiche (etwa durch den Einsatz von Freiwilligen oder nicht-qualifizierten Angestellten) oder zur Lösung innerschulischer Ordnungsprobleme beitrage. Voraussetzung für ihr Gelingen sei allerdings, dass die Kooperationen von den einzelnen Schulen selbst aufgebaut würden.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch der Staatssekretär für Bildung, Mark Rackles, sowie der GEW-Schulleiterverbandsvorsitzende Paul Schuknecht teilnahm, wurde schließlich resümiert: Schulen in schwieriger Lage benötigen eine starke Schulleitung und ein besonders engagiertes Kollegium. Darüber hinaus sei aber auch die Bildungspolitik gefragt, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Unterstützung dieser Schulen weiter an deren Bedürfnisse anzupassen: Die Beschäftigung zusätzlicher Professioneller etwa aus der Jugendhilfe, die Kapitalisierung von unbesetzten Stellen, aber auch kontroverse Themen wie beispielsweise Anreizsysteme für Lehrer, wurden als Maßnahmen diskutiert, mit denen Schulen ihre Autonomiespielräume im Finanz- und Personalbereich zu ihrer Verbesserung nutzen könnten – nach eigenem Bedarf und in eigener Verantwortlichkeit.

 

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